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Blaudruck

Herkunft

Blaudruck (engl. blue printing, indigo printing) ist eine Reservedrucktechnik, die Ende des 17. Jahrhunderts nach Deutschland kam und mittlerweile zu den traditionellen Handwerkstechniken zählt, die keine wirtschaftliche Bedeutung mehr haben. Früher waren Textilien mit Blaudruck in der landländlichen Bevölkerung sehr verbreitet. Es wurden hauptsächlich Schürzen und Kleider in dieser Technik gefärbt.

Druckprozess

25456_VB_2016_24_plaid_blaudruck_kissenÄhnlich wie bei Batik (vgl. Batik) entsteht das Muster an den Stellen, die nicht von der Farbe erfasst werden. Es handelt sich daher nicht um Farbdruck, sondern um Reservedruck. Die Druckstöcke (Modeln) werden mit einer Reserve-Paste (Papp) bestrichen, die eine wachsartige Wirkung hat und verhindert, dass die behandelten Stellen Farbe annehmen. Anschließend wird der Stoff mehrfach in Indigofarbe, die sogenannte Küpe, getaucht. Die Küpe hat im flüssigen Zustand eine gelbliche Färbung, erst durch den Oxidationsprozess, der durch die mechanische Bearbeitung des Schlagens beschleunigt wird, wandelt sich die Farbe in den charakteristischen Blauton des Indigos. Die Paste wird herausgewaschen und das Muster tritt weiß hervor. Da diese Musterung an Porzellanmanufakte erinnerte, wurde der Blaudruck im 18 Jahrhundert auch Porzellandruck genannt. Heutzutage wird der Blaudruck durch eine spezielle Ätzdrucktechnik imitiert. Es gibt nur noch wenige traditionelle Handwerksbetriebe in Deutschland.

Indigo als Grundfarbe

Indigo ist der älteste bekannte Naturfarbstoff. In Indien und China wurde er aus den Blättern und Zweigen der Indigopflanze (Indigofera tinctoria) gewonnen. Durch die englischen und holländischen Kolonialmächte gelangten sowohl der Farbstoff als auch das Wissen um den Blaudruck nach Deutschland. Indigo wurde hier traditionell aus den Wurzeln des einheimischen Färberwaids gewonnen. Der Naturfarbstoff wurde ab 1897 allmählich durch den künstlichen Farbstoff verdrängt.